(via ann--bittersuesz)
Klarheiten
Ein Kommentarblog. Und so.
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2012-05-30 82 Anmerkungen
Quelle: ntombed.soup.io
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2012-05-25 0 Anmerkungen
YouTube-Screenshot als Selbstbild.
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2012-05-16 0 Anmerkungen
Gestern Abend gab es ein spannendes Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha. Spannend war es auf und neben dem Platz: Zuerst wurde das Spiel unterbrochen, weil nach einem Tor die Fans aus Berlin und Düsseldorf aus Enttäuschung respektive Euphorie Bengalos zündeten. Einige Bengalos landeten auch auf dem Spielfeld, wodurch das Spiel für einige Minuten unterbrochen wurden. So weit so doof. Mit Bengalos zu werfen finde ich persönlich nicht gut und potentiell gefährlich. Für Kommentator Tom Bartels war es das erste Zeichen der Apokalypse.
Wegen der langen Unterbrechung wurde lange nachgespielt. Die Fortunafans freuten sich - und in ihrer Euphorie rannten einige Hundert auf’s Feld, vor dem Schlusspfiff. Für die ARD und die meisten unbeteiligten Offiziellen etc. war klar: Das Stadion hat sich in einen wütenden Hooliganmob verwandelt, dass einen Bürgerkrieg vom Zaun bricht und Spieler und den Fussball als solchen vernichten will. Dabei war es nur ein Haufen Fans - Ultras, ältere Männer, junge Frauen, Familien mit Kindern (um die 10 Jahre alt). So früh auf den Platz - vor Schlusspfiff - auf den Platz zu stürmen war doof. Aber nicht per se so gewalttätig, wie es die Kommentatoren herbei reden wollten. Es war keine wütende Meute - es war eine euphorische.Ich finde es nicht schlimm, wenn Fans nach einem wichtigen Sieg auf’s Feld stürmen um zu feiern. Das Bild oben entstand nachdem das American-Football-Team meiner Uni in den USA - Oregon State - das wichtige Derby gegen die Rivalen von der University of Oregon 2006 gewonnen hatte. (Das Spiel heißt übrigens Civil War. American Football ist eben martialisch.) Wer denkt, das Felderstürmen am College wäre problemloser, weil Fussballfans schließlich viel mehr über die Strenge schlagen als Studenten, war noch nie auf einer frat party.
Meines Erachtens hat das Problem, dass viele Journalisten und andere mit dem Platzstürmen haben, viel mit Privilegien und Elitarismus zu tun. Es ist elitär. Fussballspieler verdienen viel Geld, bringen viel Geld ein - und müssen deswegen vom Pöbel (den Fans) getrennt werden. Wenn der Pöbel auf diese Elite zugerannt kommt, kann das für die Elite nur gefährlich sein. Dass der sprichwörtliche 12. Mann sich selbst vielleicht tatsächlich als Teil des ganzen verstehen und außer zu konsumieren (Tickets, Bier, Merchandise kaufen) auch noch anders am großen Abschluss der Saison teilhaben will, passt nicht in das System.
[Sachen wie Bengalos (werfen) und vor allem sich mit der Polizei zu prügeln sind etwas anderes. Das ist tatsächlich überwiegend destruktiv und gewalttätig.]
Ein guter Artikel, dem ich überwiegend zustimme, ist bei Publikative erschienen.
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2012-04-18 3 Anmerkungen
Bekam dieses Buch heute von meinem Fitnissstudio geschenkt. Wahrscheinlich, weil ich trotz 2-jähriger Mitgliedschaft immer noch zu fett bin…
Der Teil zu Ästhetik ist schon mal ziemlicher Mist, aber was kann man da schon von einem solchen Buch erwarten. Wäre jeder Körper schön und von der Gesellschaft geachtet, würde schließlich ihr Verdienstmodel zusammen brechen.
Was mich viel mehr nervt, ist die Art und Weise wie sie ihr Programm darstellen. “Tausche Fett gegen Muskeln”, “keine Diät” - klingt super, ne? Vor allem soll das Programm für Durschnittsbürger gut integrierbar in den Alltag sein, und erstmal wirkt es so, als sei kein extremes Bodybuilding gemeint.
Die Probleme fangen damit an, dass man (sie gehen sogar überwiegend von Männern aus) sich vor den Spiegel stellen soll und sich genau begutachten, sich mit einem Wunschbild vergleichen soll. Die Autoren empfehlen gar, sich Bilder von Traumkörpern zu suchen. Als Anreiz. Disaster waiting to happen. Beispiel für einen übergewichtigen Mann ist dann 82 Kilo. I kid you not. Das wäre mein Idealgewicht.Dann ist da die Sache mit der Diät: Seite für Seite betonen sie, dass “keine Diät” gehalten werden soll. Aber dann ist der erste Punkt ihres “Tausche Fett gegen Muskel”-Programms der Verzicht auf Alkohol, Kohlenhydrate, gesüßte Speisen, die meisten Fleischsorten, für sechs Monate. Ich weiß nicht, welches Wörterbuch sie benutzen, aber für mich ist das eine Diät.
Merkwürdig finde ich auch die Empfehlung von Nahrungszusätzen, gar evtl. Hormonbehandlungen, und “Functional Foods.” (Ganz hinten im Buch ist übrigens eine Werbung eines “functional food” Herstellers. Aha…) Alles doch mehr als “nur” eine gesundere Lebensweise.
Und zum Abschluss: Sexualisiert wird die ganze Geschichte dann auch noch. Zuerst wird ‘nebenbei’ erwähnt, dass dicke Menschen seltener Partner oder Partnerinnen haben. Dann finden sich später auch so charmante Bilder mit dem Untertitel “Ein guter Hahn wird nicht fett.” Geschnallt, bin ich durchtrainiert krieg ich Hühner ab. Und nach dem Training mit Axe duschen.
Was mich auch mächtig nervt, ist dass immer ein fitter (bzw. standardästhetischer) Körper so wahnsinnig eng mit einem gesunden “Geist” verknüpft wird. Als ob Fitness der einzige Heilsbringer wäre oder fitte Menschen geistig “frei” wären. Sicher, Sport hilft gegen Depressionen (ein Grund, wieso ich trotz dieses Buches weiter da hin gehen werde) aber die definite Lösung ist er nicht. Und es gibt genug fitte Menschen, die psychologische Probleme haben - trotz oder wegen Tips wie in diesem Buch angeführt…
Ach ja, andere Bücher des Autors Rolf-Dieter Hesch heißen “Absolut Mann” und “Absolut Frau.” …
Quelle: instagr.am
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2012-03-31 1 Anmerkung
- Halbnackter, älterer badische Herr A: Oh, ein Nationaltrikot, gut, gut.
- Halbnackter, älterer badische Herr B: Ja, frisch aus China, hat mein Sohn mitgebracht.
- Halbnackter, älterer badische Herr A: Gut, gut, das kannst du zur EM anziehen.
- Halbnackter, älterer badische Herr B: Das kann ich immer anziehen.
- Manche Umkleideunterhaltungen kann man nicht erfinden, selbst wenn man wollte.
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2012-03-12 10 Anmerkungen
“Liebe kennt kein Geschlecht”
In Konstanz, an der kleinen Kapelle hinter der Bushaltestelle Schottenplatz.
Quelle: picplz.com
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2012-03-04 0 Anmerkungen
Hund am Strand - Jungen Mädchen. Als der Song zuerst rauskam fand ich ihn ja scheiße. Irgendwie zu gewollt, zu bemüht, zu … yeahyeahyeah.
Vielleicht lag es auch daran, dass ich nie der Typ war, der ohne weiteres sein Tshirt ausgezogen hätte. Oder ich das “Echte”, das “Harte” noch in der Popkultur suchte, und noch nicht bei mir selbst.
Heute erinnert er mich aber an eine Zeit, die vorbei zu sein scheint. Eine Zeit, in der das yeahyeahyeah in Lieder bemüht wirkte, weil das eigene yeahyeahyeah so locker saß. In der man sich Sonntagmorgens noch drehte, ein Brummkreisel aus Alkohol, Musik und Gemeinsamkeit. In der man einen Kaffee trank und dann weitermachte. In der das Persönliche das Politische überwiegte, oder die beiden noch unverkrampft feierten.
Irgendwann sitzte das yeahyeahyeah dann nicht mehr so locker. Die Probleme endeten nicht mehr Samstags mit der Sportschau . Die Gemeinsamkeit fing an, genauso an der Nostalgie zu hängen wie am Jetzt. Die Nächte endeten am Abend. Die Entdeckung, dass Frustration ähnlich wirkt wie zuviel Alkohol, aber nicht mit Aspirintabletten und Vitaminpillen bekämpft werden kann.
Nie war ich weiter weg davon, einfach mein Tshirt auszuziehen, als jetzt.
Yeahyeahyeah.Quelle: youtube.com
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3 Anmerkungen
Auch ein Zeichen, wie tief verwurzelt Rassismus in unserer Gesellschaft ist: Die Berichterstattung in den Medien. Was ist so schwer daran etwas, was rassistisch ist, als rassistisch zu bezeichnen und Wendungen wie “soll rassistisch sein”, “wurde als rassistisch bezeichnet” etc. wegzulassen.
— Die Polizei, dein Rassist und Sexist « Afrika Wissen Schaft
Quelle: afrikawissenschaft.wordpress.com
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2012-03-02 2 Anmerkungen
Noch ein Punkt zu E wie Ekelhaft.
Heute gab es viel Aufregung um einen ekelhaften, gewalttätigen, sexistischen Spot von der E.On-Tochter E wie Einfach. Inzwischen wurde der Clip zurück genommen, und das “E wie Einfach Team” zeigt sich überrascht, dass der Clip so verstanden wurde. Es war ja nicht ihre Absicht. Das ist die schon fast klassische Formel für non-apologies, die PR-Stellen gerne auspacken, wenn sie bei Sexismus, Rassismus etc. ertappt wurde. Wir wollten es nicht, aber leider habt ihr es so verstanden, also sind wir so nett und nehmen den Clip, Sache XY zurück. Diese implizite Logik ist ganz dicht dran an der Logik des victim blamings: Es war nicht unser Fehler, sondern das Problem ist, wie ihr es verstanden/wahrgenommen habt. Uups, not our fault.
Auf Twitter wurde auch viel diskutiert, ob/wieso der Clip sexistisch ist. Er ist es - nicht “einfach nur” weil ein Mann eine Frau schlägt, sondern weil diese Handlung den ganzen Problemkomplex häusliche Gewalt reproduziert und verharmlost (wenn nicht gar verherrlicht - immer hin soll es ja eine tolle, einfache Lösung sein.) und aus vielen anderen Gründen, die andere besser erklären als ich.
Der Clip ist abzulehnen auf Grund der Gewaltverherrlichung und des Sexismus. Gewalt und Sexismus ist ganz allein schon furchtbar, und meiner Meinung nach sollten moderne Männer auch gegen Sexismus (und Gewalt) sein, ohne direkt betroffen zu sein. Dieser Clip ist allerdings auf eine Art sexistisch und frauenfeindlich, die auch uns Männer direkt angeht: Das Männerbild in Clips und ‘Witzen’ wie diesem ist auch höchst problematisch. Zum einen natürlich, weil der Mann gewalttätig wird. Zusätzlich wird aber auch impliziert - vor allem durch den Slogan - dass Gewalt für den Mann “einfacher” (sprich: besser) ist, als sich tatsächlich auf seine Partnerin mit ihren Problemen einzulassen. Nicht eine Männlichkeit, in der ich mich wiederfinden möchte. Und doch wird in der Werbung, die ganz klar auf ein großes Publikum abzielt, männliche Gewalt als lockere Problemlösung dargestellt. Der kopfstoßende Mann ist ja in allen anderen Belangen so, wie der Durchschnittsdeutsche sein will: Attraktiv, brünett, stilvoll, mit konventionellattraktiver Partnerin. Er soll ein idealisierter Durchschnittsmann sein. Aber so möchte ich nicht sein - und auch nicht dargestellt werden.
Nochmal, das Hauptproblem bei diesem Clip ist der Sexismus und die Gewalt gegen eine Frau. Es ist aber auch ein Fall von Sexismus, in dem es im eigenen Interesse von uns Männern ist, dagegen aktiv zu werden.
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2012-02-27 489 Anmerkungen
Weiß jemand, ob/wo es diese Sticker gibt?
(via pnnnk)


![Gestern Abend gab es ein spannendes Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha. Spannend war es auf und neben dem Platz: Zuerst wurde das Spiel unterbrochen, weil nach einem Tor die Fans aus Berlin und Düsseldorf aus Enttäuschung respektive Euphorie Bengalos zündeten. Einige Bengalos landeten auch auf dem Spielfeld, wodurch das Spiel für einige Minuten unterbrochen wurden. So weit so doof. Mit Bengalos zu werfen finde ich persönlich nicht gut und potentiell gefährlich. Für Kommentator Tom Bartels war es das erste Zeichen der Apokalypse. Wegen der langen Unterbrechung wurde lange nachgespielt. Die Fortunafans freuten sich - und in ihrer Euphorie rannten einige Hundert auf’s Feld, vor dem Schlusspfiff. Für die ARD und die meisten unbeteiligten Offiziellen etc. war klar: Das Stadion hat sich in einen wütenden Hooliganmob verwandelt, dass einen Bürgerkrieg vom Zaun bricht und Spieler und den Fussball als solchen vernichten will. Dabei war es nur ein Haufen Fans - Ultras, ältere Männer, junge Frauen, Familien mit Kindern (um die 10 Jahre alt). So früh auf den Platz - vor Schlusspfiff - auf den Platz zu stürmen war doof. Aber nicht per se so gewalttätig, wie es die Kommentatoren herbei reden wollten. Es war keine wütende Meute - es war eine euphorische.
Ich finde es nicht schlimm, wenn Fans nach einem wichtigen Sieg auf’s Feld stürmen um zu feiern. Das Bild oben entstand nachdem das American-Football-Team meiner Uni in den USA - Oregon State - das wichtige Derby gegen die Rivalen von der University of Oregon 2006 gewonnen hatte. (Das Spiel heißt übrigens Civil War. American Football ist eben martialisch.) Wer denkt, das Felderstürmen am College wäre problemloser, weil Fussballfans schließlich viel mehr über die Strenge schlagen als Studenten, war noch nie auf einer frat party.
Meines Erachtens hat das Problem, dass viele Journalisten und andere mit dem Platzstürmen haben, viel mit Privilegien und Elitarismus zu tun. Es ist elitär. Fussballspieler verdienen viel Geld, bringen viel Geld ein - und müssen deswegen vom Pöbel (den Fans) getrennt werden. Wenn der Pöbel auf diese Elite zugerannt kommt, kann das für die Elite nur gefährlich sein. Dass der sprichwörtliche 12. Mann sich selbst vielleicht tatsächlich als Teil des ganzen verstehen und außer zu konsumieren (Tickets, Bier, Merchandise kaufen) auch noch anders am großen Abschluss der Saison teilhaben will, passt nicht in das System.
[Sachen wie Bengalos (werfen) und vor allem sich mit der Polizei zu prügeln sind etwas anderes. Das ist tatsächlich überwiegend destruktiv und gewalttätig.]
Ein guter Artikel, dem ich überwiegend zustimme, ist bei Publikative erschienen.](http://24.media.tumblr.com/tumblr_m445ueC2NX1r5l009o1_500.jpg)

